Die Dämmung reduziert den Wärmeverlust eines Gebäudes und ist der wichtigste Hebel für Energieeffizienz. Wer 2026 ein Haus baut oder saniert, muss die richtigen Dämmstoffe für die jeweilige Anwendung kennen. Die Materialwahl beeinflusst U-Wert, Brandschutz, Bauphysik, Ökobilanz und Kosten.
Mineralwolle und Glaswolle: Die Klassiker im deutschen Wohnungsbau. Mineralwolle besteht aus Steinwolle oder Glaswolle und hat Lambda-Werte zwischen 0,032 und 0,040. Vorteile: hervorragender Brandschutz (A1 nicht brennbar), gute Schalldämmung, schimmelresistent. Nachteile: niedrigere Dämmleistung als Hartschäume bei gleicher Dicke, beim Verarbeiten staubig (Atemschutz nötig), nimmt bei Durchfeuchtung Dämmwert ein. Beste Eignung: Holzkonstruktionen, Trockenbau, Zwischensparrendämmung. Preis: 8 bis 14 Euro pro m² in 14 cm Stärke.
PUR und PIR-Hartschaum: Die effizienteste konventionelle Dämmung. PUR (Polyurethan) und PIR (Polyisocyanurat) erreichen Lambda-Werte von 0,022 bis 0,026, rund 30 Prozent besser als Mineralwolle. Vorteile: hohe Dämmleistung bei dünner Schicht, geringes Gewicht, druckfest. Nachteile: schlechter Brandschutz (B2), schlechte Ökobilanz. Beste Eignung: Aufdachdämmungen, Perimeterdämmungen. Preis: 22 bis 38 Euro pro m² in 12 cm Stärke.
EPS und XPS Polystyrol: Die Standardwahl für Fassadendämmung im WDVS. EPS und XPS haben Lambda 0,030 bis 0,040. Vorteile: günstig, leicht zu verarbeiten, druckfest. Nachteile: Brandverhalten (B1 schwer entflammbar mit Zusatz), schlechte Ökobilanz, sammelt Algen an der Fassade. Preis: 10 bis 18 Euro pro m² in 16 cm Stärke.
Holzfaserdämmung: Die ökologische Alternative. Lambda 0,038 bis 0,045. Vorteile: hervorragende Ökobilanz, gute Feuchtepufferung, sommerlicher Wärmeschutz, diffusionsoffen. Nachteile: höhere Preise (20 bis 35 Euro pro m² in 16 cm), bei Durchfeuchtung Trocknungszeit lang. Beliebt im Holzrahmenbau.
Zellulose und Hanf: Nachwachsende Dämmstoffe für Hohlräume und Holzkonstruktionen. Zellulose aus zerfasertem Recyclingpapier, Lambda 0,038 bis 0,042. Wird als Einblasdämmung in Sparrenräume oder Wandhohlräume gefüllt. Vorteile: hervorragende Ökobilanz, sehr gute Schalldämmung. Nachteile: Settlement-Risiko bei falscher Verarbeitung.
Dämmstärken für GEG-Konformität 2026: Außenwand WDVS 16-22 cm Mineralwolle oder 12-16 cm PUR/PIR für U-Wert 0,18 W/m²K. Dach Aufdachdämmung 22-26 cm PIR oder 24-30 cm Mineralwolle. Geschossdecke 14-18 cm. Kellerdeckendämmung 8-12 cm. Perimeterdämmung Bodenplatte 14-18 cm.
Wirtschaftlichkeit: Mehr Dämmung ist nicht immer besser. Wirtschaftlich optimal sind die oben genannten Standardstärken. Wer darüber hinaus dämmt, holt nur noch marginale Einsparungen heraus.
