Bau-Lexikon

KfW-55-Standard

Auch bekannt als: Effizienzhaus 55, EH-55

Der KfW-55-Standard bezeichnet ein Effizienzhaus, das maximal 55 Prozent der Primärenergie eines Referenzgebäudes nach GEG benötigt. Seit 2023 ist KfW-55 der Mindeststandard für Neubauten in Deutschland, geregelt durch das Gebäudeenergiegesetz (GEG). Wer 2026 neu baut, muss diesen Standard mindestens erreichen.

Was KfW-55 bedeutet: Ein KfW-55-Haus darf maximal 55 Prozent der Primärenergie eines vergleichbaren GEG-Referenzgebäudes verbrauchen. Praktisch heißt das: deutlich besserer Dämmstandard als das Minimum, eine effiziente Heizung (typischerweise Wärmepumpe), oft kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung, dichte Bauausführung.

Typische U-Werte für KfW-55: Außenwand 0,16 bis 0,22 W/m²K, Dach 0,14 bis 0,18 W/m²K, Bodenplatte oder Kellerdecke 0,22 bis 0,30 W/m²K, Fenster 0,90 bis 1,10 W/m²K. Im Vergleich zu GEG-Minimum sind das etwa 20-30 Prozent bessere Werte.

Anlagentechnik: Ein typisches KfW-55-Haus hat eine Wärmepumpe (Luft-Wasser oder Sole-Wasser) als Heizung. Eine kontrollierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung ist nicht zwingend, aber meistens nötig, um die Primärenergie-Anforderung zu erreichen. Photovoltaik wird oft installiert, um die Bilanz weiter zu verbessern.

Förderung 2026: KfW-55 ist 2026 der GEG-Mindeststandard und damit nicht mehr separat förderfähig. Die KfW-Förderung greift erst ab KfW-40-Standard. Wer also Förderung will, sollte direkt auf KfW-40 oder besser planen.

Kosten gegenüber GEG-Minimum: KfW-55 als Mindeststandard ist 2026 in die Standardausführung integriert. Im Vergleich zum theoretischen GEG-Minimum kostet KfW-55 etwa 80 bis 150 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche mehr, bei 140 m² also 11.000 bis 21.000 Euro.

Übergang zu höheren Standards: Der Schritt von KfW-55 zu KfW-40 kostet typischerweise 25 bis 45 Euro pro Quadratmeter Fassadenfläche mehr (dickere Dämmung). Bei einem 220 m² Haus rund 5.500 bis 10.000 Euro Mehrkosten. Über die KfW-Förderung 297/298 kommt ein Teil davon zurück.

Energieverbrauch: Ein KfW-55-Haus verbraucht typischerweise 35 bis 50 kWh pro m² und Jahr für Heizung und Warmwasser, ein KfW-40-Haus 25 bis 35 kWh. Bei 140 m² also 4.900 bis 7.000 kWh pro Jahr beim KfW-55, was bei Wärmepumpen-Strom ca. 350 bis 600 Euro Heizkosten ausmacht.

Sanierung zum KfW-55: Auch Altbauten können auf KfW-55-Standard saniert werden. Das ist meistens eine Komplettsanierung mit Dämmung der gesamten Gebäudehülle, neue Fenster, neue Heizung. Kosten 1.500 bis 2.200 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. KfW 261 fördert diese Sanierung mit zinsverbilligtem Kredit bis 150.000 Euro plus Tilgungszuschuss.

Quellen & weiterführende Links