Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die größte staatliche Förderbank Deutschlands und 2026 das wichtigste Förderinstrument für Bauherren und Sanierer. Sie wurde 1948 zur Finanzierung des Wiederaufbaus nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet und vergibt heute jährlich rund 90 Milliarden Euro an zinsverbilligten Krediten und Zuschüssen für energieeffizientes Bauen und Sanieren, erneuerbare Energien, Mittelstandsförderung und Bildung.
Für Bauherren relevant sind vor allem zwei Förderlinien. Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) umfasst Kredit- und Zuschussprogramme für Neubau, Komplettsanierung und Einzelmaßnahmen. Die wichtigsten Programme 2026 sind KfW 297/298 (Klimafreundlicher Neubau, zinsverbilligter Kredit bis 100.000 Euro pro Wohneinheit), KfW 261 (Effizienzhaus-Sanierung, Kredit bis 150.000 Euro mit Tilgungszuschuss) und KfW 458 (Heizungstausch, Zuschuss bis 70 Prozent bei Förderbasis 30.000 Euro). Die zweite Förderlinie sind Sonderprogramme wie KfW 442 (Solarstrom für Elektromobilität) und KfW 270 (Erneuerbare Energien Standard).
Antragstellung: Du beantragst KfW-Förderung nicht direkt bei der KfW, sondern über deine Hausbank oder über zertifizierte Energieberater. Wichtig: Der Antrag muss VOR Vertragsschluss mit den Handwerkern gestellt werden, sonst entfällt die Förderung komplett. Bei Krediten brauchst du eine Bonitätsprüfung, bei Zuschüssen reicht oft die Energieeffizienz-Nachweis-Dokumentation.
iSFP-Bonus: Wer einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) von einem zertifizierten Energieberater erstellen lässt, bekommt auf alle BEG-Einzelmaßnahmen einen Zusatz-Bonus von 5 Prozent. Der iSFP selbst wird zur Hälfte gefördert, kostet effektiv 800 bis 1.700 Euro und rechnet sich bei jeder größeren Sanierung mehrfach.
Klimageschwindigkeitsbonus: Seit 2024 gibt es einen zeitlich befristeten Bonus von 20 Prozent für besonders schnellen Heizungstausch von fossilen Anlagen auf erneuerbare. Dieser Bonus läuft 2028 aus, weshalb 2026 für viele Bauherren die wirtschaftlich beste Zeit für einen Heizungstausch ist.
Die KfW arbeitet eng mit der BEG zusammen, die das übergeordnete Förderprogramm-Rahmenwerk bildet. Förderkonditionen können sich ändern, vor jeder größeren Investition aktuelle Konditionen auf den KfW-Webseiten und beim Energieberater prüfen.
