Bau-Lexikon

Photovoltaik

Auch bekannt als: PV, Solarstrom

Die Photovoltaik (PV) wandelt Sonnenlicht direkt in elektrischen Strom um. 2026 ist sie die wirtschaftlich attraktivste Energiequelle für Eigenheim-Besitzer in Deutschland. Die Modulpreise sind seit 2020 um rund 40 Prozent gefallen, Strompreise gestiegen, und der Mehrwertsteuer-Nullsatz für PV-Anlagen unter 30 kWp macht die Investition günstiger denn je.

Wie eine PV-Anlage funktioniert: Solarmodule auf dem Dach erzeugen Gleichstrom, ein Wechselrichter wandelt ihn in 230-Volt-Wechselstrom um, der ins Hausnetz eingespeist wird. Was du gerade verbrauchst, nutzt du direkt, was übrig bleibt, wird ins öffentliche Netz eingespeist und du bekommst eine Vergütung. Mit einem Stromspeicher kannst du den Eigenverbrauchsanteil deutlich erhöhen.

Anlagengrößen: Bei Einfamilienhäusern üblich sind 6 bis 12 kWp installierte Leistung. Faustformel: pro kWp benötigst du etwa 5 bis 6 m² Dachfläche. Jährlicher Ertrag pro kWp 800 bis 1.100 kWh in Deutschland, je nach Standort und Dachausrichtung. Eine 8-kWp-Anlage produziert also 6.400 bis 8.800 kWh pro Jahr, was den typischen Verbrauch eines vierköpfigen Haushalts deckt.

Kosten 2026: Schlüsselfertige PV-Anlagen 6 bis 12 kWp kosten 9.000 bis 18.000 Euro brutto inklusive Montage und Wechselrichter. Stromspeicher 5 bis 10 kWh zusätzlich 4.500 bis 9.000 Euro. Bei Komplettpaket aus PV plus Speicher reden wir über 13.500 bis 27.000 Euro Gesamtinvestition.

Mehrwertsteuer-Nullsatz: Seit 2023 entfällt die Mehrwertsteuer auf PV-Anlagen unter 30 kWp inklusive Speicher und Wechselrichter. Das spart effektiv 19 Prozent der Brutto-Investition.

Eigenverbrauch und Speicher: Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauchsanteil typischerweise bei 25 bis 35 Prozent. Mit Speicher steigt er auf 60 bis 80 Prozent. Bei einer 8-kWp-Anlage und 5.000 kWh Eigenverbrauch sparst du etwa 35 Cent pro kWh = 1.750 Euro Stromkosten pro Jahr. Plus Einspeisevergütung für den überschüssigen Strom.

Einspeisevergütung 2026: Für Anlagen bis 10 kWp Volleinspeisung 12,98 Cent/kWh, Teileinspeisung 8,11 Cent/kWh. Diese Sätze sind fixiert für 20 Jahre ab Inbetriebnahme.

Förderung 2026: KfW 442 (Solarstrom für E-Mobilität) bietet Zuschüsse von bis zu 6.000 Euro für PV plus 3.000 Euro für Speicher plus 600 Euro für Wallbox, allerdings nur für Eigenheimbesitzer und mit E-Auto. Die Mittel sind begrenzt und werden oft schon im Frühjahr ausgeschöpft. Regionale Förderungen einiger Bundesländer und Stadtwerke ergänzen die Bundesförderung.

Wirtschaftlichkeit: Eine 8-kWp-Anlage mit 5-kWh-Speicher amortisiert sich 2026 typischerweise in 10 bis 14 Jahren, bei Stromtarifen über 35 Cent/kWh sogar in 8 bis 11 Jahren. Über die 25 bis 30 Jahre Lebensdauer der Anlage ergeben sich Gesamtersparnisse von 40.000 bis 80.000 Euro.

PV-Pflicht in den Bundesländern: Baden-Württemberg, NRW, Niedersachsen, Bayern, Berlin, Hamburg und Schleswig-Holstein haben 2026 eine PV-Pflicht für Neubauten. Mindestens 30 bis 40 Prozent der geeigneten Dachfläche.

Quellen & weiterführende Links